„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“
Artikel 1 und 16a Grundgesetz

Roll Up Anfang web„Get A Way“ ist ein partizipatives Fotoprojekt in Südniedersachsen. Die Gesellschaft für Internationale Solidarität und Partnerschaft – Gespa e.V. realisiert innerhalb dieses Projektes Medienworkshops mit jungen Flüchtlingen und Jugendlichen aus Deutschland.

Die multimedialen Workshops sind in diesem Zusammenhang ein kooperatives Verfahren, das visuelle Dokumentation in Form von Fotografie und Erzählung verbindet: Die Teilnehmer*innen erhalten die Möglichkeit visuelle Reportagen über ihre eigene Lebenswelt zu erstellen, um Veränderungs- prozesse zu initiieren und ihre Assoziationen zum Thema Flucht und Migration in Bildsprache zu übersetzen.

 

Das veröffentlichte Buch zur Ausstellung können Sie hier kostenlos downloaden

Get A Way online Einband

 

Mehr Informationen gibt es auf der Projektwebseite:
www.partizipativemedien.wordpress.com

 

Blick in die Ausstellung

 

Hintergrund

Im Jahr 2016 beantragten 722.370 Menschen Asyl oder subsidiären Schutz in Deutschland. 36,2 Prozent von ihnen waren unter 18 Jahre alt. Flüchtlinge die ihre Heimat verlassen finden sich in einer oft fremden Kultur wieder. Gerade unbegleitete Minderjährige haben es schwer den fehlenden Familienzusammenhalt zu kompensieren. Für sie ist es wichtig, sich ein Stück Kultur ihrer Heimat auch in Deutschland zu bewahren.

Zeitvertreib und langes Warten sind für viele jugendliche Flüchtlinge Assoziationen, die sie mit ihrem Aufenthalt in Deutschland verbinden. Die Wartezeit in den Erstaufnahmelagern bis zum Entscheid über ihren Schutz- oder Asylantrag dauert oft sehr lang und fügt sich nur schlecht in die schnelllebige Welt der Jugendlichen. 2016 dauerte es durchschnittlich 7,3 Monate, bis das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – BAMF über einen Antrag entschieden hatte. Besonders lange dauert es bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, die durchschnittlich 10,1 Monate auf eine Entscheidung warten mussten.

Auch die Enge in den Heimen ist für viele Flüchtlinge eine große Herausforderung. Wieviel Wohnfläche einem Flüchtling zusteht regelt dabei das jeweilige Bundesland. Die Spanne reicht von 3,1 bis 7,5 qm pro Person – oft müssen viele Flüchtlinge sogar in fensterlosen Räumen ihr Quartier beziehen.

Nach Selbstauskünften von Flüchtlingen kostet die Flucht neben der Gefahr das eigene Leben zu verlieren pro Person zwischen 4.000 und 10.000 Euro. Viele Menschen sind mehrere Wochen bis Monate unterwegs und erleiden dabei extreme Entbehrungen. Sie müssen Ausdauer und Organisationstalent unter Beweis stellen. Einige Flüchtlinge fühlen sich nach Überwindung dieser Strapazen selber als Helden. In Deutschland angekommen haben sie ihr gesamtes Geld ausgegeben und hoffen auf einen Neuanfang.

Quellen: Berliner Zeitung (23.12.2015); Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (11.01.2017); Handelsblatt (18.08.2015); Zeit online (19.08.2016)

Finanziert wird dieses Projekt durch die Niedersächsische Lotto Sport Stiftung sowie durch Bildung trifft Entwicklung / Regionale Bildungsstelle Nord.